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Carmen
In der Stierkampfarena von Sevilla treffen Tod und Leben,
Eros und Untergang unerbittlich aufeinander. Die Zigeunerin
Carmen wird wegen einer Rauferei von dem Hauptmann Don José
verhaftet. Dank ihrer Verführungskünste geht der Hauptmann
ihr ins Netz und hilft ihr bei der Flucht.
Entstanden nach einer Novelle von Proper Merimeé
fand eine der bekanntesten Femme fatale durch die Bearbeitung
von George Bizet ihren Weg auf die Opernbühne. Als Oper des
Volkes empfunden erzählt sie die Geschichte der einfachen
Arbeiterin Carmen, die zur großen Verführerin, zur Geliebten
und schließlich zur tragischen Figur wird.
Ein unvergessliches
Kulturevent! |
Die spektakulärste Oper der Welt mit internationalen Starsolisten.
Mezzosopranistin: Monica Minarelli
Orchester & Chor: La Passione
Bühnenbild: Professor Daniele Paolin
Produzent: Jaka Bizilj
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Der Patriot
Montag, der 8. August 2005
Femme Fatale mit
starker Bühnenpräsenz
Freiluftaufführung von George Bizets Opera Comique
"Carmen" bestach mit intensivem Spiel. Nass-kalte
Witterung trübte weder Akteure noch Publikum

MELLRICH. George Bizet, Komponist der Opera
Comique "Carmen", hätte sich gefreut. 130 Jahre nach der
Uraufführung in Wien feierten am Samstagabend nicht ganz
1000 Besucher auf Schloss Eggeringhausen in Mellrich sein
Meisterwerk, das damals zwar ein Flop, später aber zum
Welterfolg wurde.
Sie trotzten den Wetterkapriolen und hielten selbst einem
30-Minuten-Schauer stand. Nichtsdestotrotz war die
Freiluftaufführung von "Carmen" ein Erfolg. Klaus und
Annette Beyer hatten dazu einen ansprechenden Rahmen
geschaffen (s. Bericht). Trotz nass-kalter Witterung
sorgten die Darsteller mit Bravour drei Stunden lang für
Kurzweil.
Musik mit viel
Gefühl intoniert
Dafür zeichnete einerseits der Inhalt des Stückes
verantwortlich, aber auch die Professionalität des
Ensembles, das sich aus dem Chor "La Passione" und dem
Orchester des Staatlichen Opernhauses Lemberg in der
Ukraine sowie den Hauptdarstellern Monica Minarelli
(Carmen, Mezzosopran), Luigi Frattola (Don Jose, Tenor),
Anna Valdetarra (Micaela, Sopran) und Igor Kuschpler (Escamillo,
Bariton) zusammensetzte. Ebenso dabei: die Anröchter
Statisten (s. Bericht). Dirigent Jörg Iwer intonierte mit
seinem rund 50-köpfigen Orchester - perfekt abgemischt
mit viel Gefühl das Geschehen auf der Bühne. So etwa
schufen Querflöten und Trommeln eine tänzerische
Stimmung, die das Leben der Zigeuner beschrieb.
Die Geschichte spielt im spanischen Sevilla um 1820. Sie
rankt um Leidenschaft, Liebe, Eifersucht, Aberglaube und
Mord. Carmen, Arbeiterin in einer Zigarrenfabrik, wird
nach einer Rauferei von Don Jose verhaftet. Sie verliebt
sich in ihn. Mit ihrem Charme gelingt es ihr, das er sie
frei lässt. Obwohl sich Don Jose für ein Leben mit Carmen
entscheidet und sich ihrer umtriebigen Truppe anschließt,
bleibt seine Liebe unerwidert. Carmen findet schon bald
eine neue Liebe in dem glamourösen Torero Escamillo. Don
Joses verzweifelte Jagd nach der widerspenstigen Carmen
mündet in einem tödlichen Drama. In der Stierkampfarena
ersticht er sie.
Anfänglich in der Arie "Habanera" noch etwas blass, taute
Hauptdarstellerin Monica Minarelli schon bald bei der
Seguidilla und im Duett mit Don Jose auf. Sie bewies
starke Bühnenpräsenz und spielte mit der Bandbreite ihrer
Stimmmöglichkeiten, die das kokett-freche, sprunghafte
und freiheitsliebende Wesen der Carmen - einer Femme
fatale - zum Ausdruck brachten.
Die Dramaturgie wurde gut ausgespielt, sie lebte von dem
dichten Zusammenspiel der Charaktere Carmen und Don Jose.
Seine (Luigi Frattola) Stimme zeugte von einem ruhigen
Timbre und war voller Hingabe. Micaela (Anna Valdetarra),
Don Joses Jugendfreundin, bestach mit einem weichen
Sopran.
Die Kulisse gestaltete sich angesichts eines
Tourneetheaters bescheiden, aber wirkungsvoll. Sie zeigte
das in den Bergen gelegene Sevilla.
Spiel mit dem
Licht und Farben
Besondere Beleuchtung setzte nur bei markanten Punkten
ein. So etwa wurde die Szene, in der Don Jose Carmen den
Todestoß versetzt, mit rotem Licht untermalt. Auch
wirkten die vor der Bühne hell flackernden Fackeln wie
ein Symbol der Leidenschaft und der Liebe.
Das (bisweilen leicht fehlerhafte) Textband, das die
deutsche Übersetzung der in französisch aufgeführten Oper
anzeigte, war neben dem informativ gestalteten
Programmheft inklusive Libretto eine wahre Hilfe.
Im Trockenen aufgeführt, hätten die Darsteller sicher
noch mehr Applaus erhalten. Verdient haben sie ihn.
rio
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Der Patriot
Dienstag, der 9. August 2005
Viel Arbeit, aber
wunderschön
Veranstalter ist mit "Carmen" sehr zufrieden.
Musikalische Darstellung gewürdigt

MELLRICH. "Es war viel Arbeit aber auch
wunderschön". Klaus Beyer ist zufrieden. Als
Veranstalter der Aufführung der Oper "Carmen" am
Samstag auf Schloss Eggeringhausen haben er und seine
Frau Annette "sehr viel Herzblut" und Mühen in die
Vorbereitungen gesteckt. Und auch wenn der Regen an
seinen Nerven zerrte und einige (sehr) wenige Besucher
vergraulte, war das Echo der Gäste sehr positiv.
"Natürlich hatte ich während der Veranstaltung ein ganz
besonders offenes Ohr. Viele Meinungen waren sehr
erfreulich. Es gab natürlich auch einige die gejammert
haben. Aber das schlechte Wetter kommt auch bei anderen
hochkarätigen Freiluftaufführungen vor", weist er auf
das Risiko von Open-Air-Veranstaltungen hin. Die
Bestuhlung zu überdachen, "hätte sich finanziell nicht
getragen".
Stimmenqualität war begeisternd
Die musikalische Darbietung des Ensembles, das sich aus
international bekannten Solisten - sie alle arbeiten
vorrangig auf den großen Bühnen Italiens wie der
Mailänder Scala oder der Arena di Verona - sowie dem
Chor "La Passione" und dem Orchester des Staatstheaters
Lemberg/Ukraine zusammensetzte, seien "hervorragend
gewesen". Insbesondere sind von den Anröchter Besuchern
die Stimm-Qualitäten von Anna Valdetarra als Micaela
und Luigi Frattola als Don Jose gewürdigt worden, aber
auch der lasziv anmutenden Mezzosopranistin Monica
Minarelli als Carmen. Etwas bescheidenere Rollen
besetzten die Anröchter Statisten, die am Samstag als
spanisches Volk mit auf der Bühne stehen durften. Viele
hätten das Ambiente u.a. mit dem dezent illuminierten
Innenhof als sehr stilvoll empfunden.
Rund 170 Mitwirkende haben die Opernnacht auf dem
Schloss gestaltet. "Die hatten sogar ihre eigene Küche
dabei", erinnert sich der Gastgeber. Für die Akteure
hatte er die ehemaligen jetzt renovierten Stallungen
für Maske und Garderobe bereitgestellt. Noch in der
Nacht baute die Berliner Agentur von Star Entertainment
Kulisse und Requisite wieder ab. "Sieben Lkw standen
für den Abbau im Park bereit", erläuterte Klaus Beyer
gestern im Gespräch mit der Redaktion. Die Agentur habe
weiteres Interesse bekundet. Jetzt aber wird es erst
einmal wieder kleinere Veranstaltungen auf Schloss
Eggeringhausen zu sehen und zu hören geben.
Ausgeschlossen ist ein größeres Projekt wie "Carmen"
jedoch keineswegs. "Wir hätten gerne eine Operette
hier", lässt er anklingen, dass das Schloss nicht zum
letzten Mal die Kulisse für ein kulturelles
Großereignis gewesen ist.
rio |
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